Temperaturschwankungen im Bienenstock

Im mitteleuropäischen Raum ist das Leben der Honigbiene, genau wie das der Menschen, stark von jahreszeitlichen Schwankungen geprägt. Dabei schwankt besonders die Temperatur. Verlassen wir im Winter das Haus nur wenig und liegen lieber auf dem Sofa, befindet sich auch die Biene in einer Ruhephase. Wird es wärmer, steigt die Aktivität immens und die Bienen verrichten fleißig ihre Arbeit. Allerdings ist die Temperatur auch innerhalb einer Kälte- oder Wärmephase nicht stetig und wird von vielen Faktoren beeinflußt.

Kleine Überlebensmeister

Beginnen wir im Sommer: Hier wird das Temperaturmaximum erreicht. Um die Brutnesttemperatur von ungefähr 35 °C zu erreichen, müssen die Bienen viel Energie aufwenden, da die Außentemperatur fast immer unter diesem Wert liegt. Messungen in Forschungsstöcken in Bayern zeigen, dass  die Schwankungen im Sommer relativ gering sind. Zwischen August und Oktober sinkt die Temperatur auf die Ruhetemperatur von ungefähr 10 °C ab. Um in der kalten Jahreszeit Energie zu sparen und die lebenswichtigen Funktionen am Laufen zu halten,heizen die Bienen den Stock einen Tag lang auf bis zu 30 °C auf. Während dieser “Heiz-Peaks” ist es im Stock mollig warm, selbst wenn draußen Minusgrade herrschen. Dieser Aufwand wird betrieben, um neue Kraft zu tanken: Weil der Honig durch die Kälte zäh wird und Bienen weder Zungen noch Zähne haben, um ihn in diesem Zustand aufzunehmen, muss er erwärmt werden.

Folgen von Temperaturschwankungen

Doch warum können Bienen im Winter mit selbstinitiierten Schwankungen klarkommen, während sie im Sommer konstante Temperaturen bevorzugen? Die Antwort finden wir in der Aufzucht. Es wurde erforscht,dass bereits geringe Temperaturschwankungen einen Einfluss auf die Anzahl von Nervenkontakten im Gehirn haben. Um sein präzises Duftgedächtnis zu entwickeln, durchläuft das Bienengehirn komplexe Verschaltungsprozesse während seiner Entwicklung. Fällt die Temperatur im Sommer, können die Folgen drastisch sein:Experimente mit unterschiedlichen Bruttemperaturen zeigen, dass viele Bienen, die bei 32 °C herangezogen wurden, den Weg gar nicht mehr nach Hause fanden. Die Übrigen waren nicht in der Lage, den Nahrungstanz auszuführen.

Diese Temperatursensibilität wird allerdings auch gezielt von den Bienen selbst verwendet, um ihre Nachkommen auf aktuelle Bedingungen anzupassen: Mit Blick in die Zukunft können sie die Aufgabenverteilung im Staat durch minimale Umweltveränderungen regulieren.

Schwankungen frühzeitig erkennen


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Mittlerweile gibt es verschiedene Möglichkeiten, Temperaturschwankungen im Stock frühzeitig zu erkennen oder gar zu regulieren. Ein Beispiel ist dieBienensauna, mit der Temperaturen konstant gehalten oder absichtlich zur Bekämpfung der Varroamilbe angehoben werden können. Doch nicht alle Imker möchten derartig stark in den natürlichen Kreislauf im Bienenstock eingreifen, sondern regelrecht über die aktuelle Temperatur informiert werden. Mit dem Einbau der aproneX Box wird die aktuelle Temperatur auf das Smartphone geschickt.  Durch die regelmäßige Datenerfassung und reibungslose Übertragung kann man ganz nach eigenem Ermessen dann eingreifen, wenn man es für nötig hält.

Du hast Fragen oder Anmerkungen? Schreib sie gerne ins Kommentarfeld oder diskutiere mit mir (Daniel) per E-Mail (daniel@apronex.de)