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Vergleich zur Varroabehandlung 2019: Sommerbehandlung gegen Varroa

Vor einiger Zeit war ich auf einer Diskussionsrunde zu verschiedenen Sommerbehandlungen gegen Varroa. Dort wurde sehr intensiv über die besten Methoden zur Varroabehandlung diskutiert. Deshalb habe ich die verschiedenen Methoden mal objektiv recherchiert und eine Aufstellung der verschiedenen Möglichkeiten zur Varroabehandlung im Sommer erstellt. Der Fokus liegt hier nicht auf Methoden zur Bestimmung des Milbenbefalls (wie z.B. die Puderzuckermethode), sondern auf der Varroabehandlung im Sommer.

Varroabehandlung wann, warum, wie

  • Wann: In der Regel nach der letzten Honigernte, was ca. Ende Juli/Anfang August bedeutet. Bei hohem Befall tendenziell etwas früher, auch Ableger können früher mit der Varroabehandlung starten
  • Warum: Durch die Varroabehandlung soll das Volk genügend gesunde Winterbienen produzieren und so besser durch den Winter kommen.
  • Wie: Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Sommerbehandlung
    • 1. Chemische Varroabehandlung
    • 2. Biotechnische Varroabehandlung
    • 3. Kombination aus biotechnischer und chemischer Varroabehandlung
    • 4. Verzicht auf die Sommerbehandlung

Chemische Varroabehandlung

Varroawetter

Generell hängt die chemische Varroabehandlung stark vom Wetter ab. Es muss eine bestimmte Temperatur und Luftfeuchtigkeit herrschen, um die Chance auf eine effektive Behandlung zu maximieren. Dazu gibt es spezielle Wetterseiten wie z.B. Varroawetter, aber auch spezielle Apps wie die im März erschienene Varroa-App aus Bayern. Auch die Lösung zur Fernüberwachung von aproneX kann punktgenau das Wetter am Stockstandort anzeigen.

Varroabehandlung mit Ameisensäure

  • günstiger Preis und weite Verbreitung
  • keine Rückstände im Wachs
  • Es ist unwahrscheinlich, dass Resistenzen aufgebaut werden
  • Während der Varroabehandlung mit Ameisensäure wird die Intensität der Eiablage reduziert. Bei schlechtem Timing entstehen so gar nicht erst genug Winterbienen 
  • Schaden für Imker: Eine sehr giftige Säure, die in vielen Ländern bereits verboten ist 

Varroabehandlung mit Oxalsäure

  • Im Gegensatz  zur Varroabehandlung mit Ameisensäure wird bei der Behandlung mit Oxalsäure die Eiablage nicht signifikant reduziert und das Volk kann die notwendige Stärke für den Winter entwickeln
  • Oxalsäure Träufeln hat einen geringen Arbeitsaufwand, was besonders bei einer großen Anzahl an Völkern relevant ist.
  • Schädigt die Bienen mehr (allerdings oftmals zu vernachlässigen, wenn es dafür milbenfrei wird) und soll deshalb auch nur einmalig benutzt werden

Varroabehandlung mit Milchsäure

  • Weniger verbreitet als die Behandlung mit Ameisensäure oder Oxalsäure
  • Wirkt nicht in verdeckelter Brut
  • Mehrfaches besprühen möglich
  • Muss zu einer Tageszeit erfolgen in der die Bienen nicht ausfliegen um eine ausreichende Effektivität bei der Varroabehandlung zu erreichen 
  • Von den drei Säuren am menschenfreundlichsten

Varroabehandlung mit Thymol

  • Eine günstige Art der Varroabehandlung, die gute Erfolge erzielen kann
  • Mehrfache Wiederholung notwendig (teilweise 4-5 mal)
  • Sollte bei Temperaturen von 10 bis 25 Grad eingesetzt werden
  • Während der Behandlungszeit sollte der Stock so selten wie möglich geöffnet werden
  • Es gibt verschiedene Anbieter, die Medikamente mit Thymol anbieten. Das Richtige auswählen ist nicht ganz einfach: die bekanntesten sind: ApiLife VarApiguardThymovar

Varroabehandlung mit ApiLive Var

  • nicht bei Temperaturen über 30 Grad anwenden
  • nach Trachtende anwenden
  • Vier Streifen pro Volk mit Abstand von je sieben Tagen → relativ hoher Aufwand
  • Es gibt auch schlechte Erfahrungen (bei anderen Methoden natürlich auch)

Varroabehandlung mit Apiguard

  • nicht bei Temperaturen unter 15 Grad
  • nach der Honigernte anwenden
  • einmalig zwei Schalen in den Stock stellen

Varroabehandlung mit Thymovar

  • Temperaturen sollen zwischen 20 und 25 Grad betragen
  • 2 jährliche Behandlungen bei denen die Plättchen jeweils vier Wochen im Stock verbleiben 

 

Biotechnische Varroabehandlung

Varroabehandlung durch die totale Brutentnahme mit dem Bannwabenverfahren

Bei der Varroabehandlung mit der Bannwabe wird für einen bestimmten Zeitraum die gesamte, verdeckelte Brut entnommen

  • Durch die radikale Art werden die meisten Varroamilben vernichtet
  • Durch das hantieren mit Absperrgittern und die mehrfache Wiederholung ist diese Varroabehandlung relativ aufwendig
  • Vollständige Brutlücke in der Behandlungszeit (ca. 4 Wochen im Mai/Juni)

Varroabehandlung mit dem Mullerbrett (bzw. Varroacatch)

  • vergleichbar zumBannwabenverfahren allerdings ohne Bruteinschränkung der Königin
  • es werden keine Waben vernichtet
  • relativ hohe Investitionskosten
  • keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit

Varroabehandlung durch Drohnenbrut schneiden


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Bei diesem Verfahren wird regelmäßig die Drohnenbrut entnommen 

  • Ein großer Teil der Varroamilben wird entfernt, da diese sich bevorzugt in der Drohnenbrut vermehren
  • Die Entwicklung und Produktivität der Wirtschaftsvölker wird nicht gebremst
  • Ein überschaubarer Aufwand
  • Aus Sicht einerwesensgemäßen Betriebsweise ist der entstehende Mangel an Drohnen problematisch

Oftmals wird eine Kombination aus chemischen und biotechnischen Methoden benutzt. Insbesondere bei der bautechnischen Varroabehandlung wird die Effektivität oftmals angezweifelt. Auch gibt es eine Kombination von verschiedenen chemischen Behandlungsarten wie z.B. die Behandlung mit Ameisensäure und anschließend die Varroabehandlung mit Apis Life Var.

Ich werde im Laufe der Zeit weitere, insbesondere biotechnische, Arten der Varroabehandlung vorstellen. Vorschläge und Anregungen  gerne in die Kommentare oder an daniel@apronex.de 
Anregungen oder Kritik?

Neben den verlinkten Quellen wurden auch englischsprachige Quellen benutzt, primär von diesen Domains.

https://beekeepclub.com/best-treatment-for-varroa-mites/http://scientificbeekeeping.com/a-test-of-late-summer-varroa-treatments/